Ddr Armee

Ddr-Armee

Das Nationale Volksheer (NVA) war die Armee der Deutschen Demokratischen Republik. Sind die NVA und die Bundeswehr zu einer "Armee der Einheit" geworden? Im Zuge der Wiedervereinigung wird die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR aufgelöst.

Landesvolksarmee der DDR

Das ostdeutsche Militär sicherte den Herrschaftsanspruch der SED und war gesellschaftlich verankert. Doch die NVA war keine Armee des Volks. Es war ein unverzichtbares Mittel zur Sicherung der Herrschaft der SED und zugleich der Mittelpunkt der ostdeutschen Nationalverteidigung. "Jedem Kommandanten, jedem Vorgesetzten muss klar sein, dass er in erster Linie politisch tätig ist und seine Tätigkeit für die Arbeiterpartei ausübt", heißt es bereits in einer Resolution des SED Politbüros von 1958: Es gab ebenso wenig Parlamentskontrolle, wie es keine demokratischen Möglichkeiten für die Armee gab.

Die NVA hatte die Aufgabe, im Rahmen der militärischen Koalition des Kriegspaktes und gemäß den Anweisungen der Sowjetführung die "sozialistischen Errungenschaften" gegen alle äußeren Waffenangriffe zu schützen. Das Militär der DDR sollte nicht nur Angreifer abwenden und auf ihrem Gebiet zerschmettern. Hervorzuheben sind auch der Anteil der NVA am Bau der Mauer 1961, die Hilfe der Sowjetinterventionstruppen bei der Unterdrückung des Prager Frühjahrs in der Tschechoslowakei (?SSR) 1968, ihre drohenden Gesten in der Polenkrise 1980/81, als die NVA-Einheiten verstärkt auf den Kampf gegen die Bewegung Solidarno?? vorbereitet wurden, und die Funktion der Armee als Truppenreservoir für die Demonstrationskräfte während der Friedensrevolution in der DDR im Herbst 1989.

Ungefähr 4.700 NVA Offiziere schlossen ihr Studium an russischen Militärakademien und anderen Ausbildungsstätten der UdSSR ab. Mehrere hundert Absolventen der Generalstabakademie der UdSSR in Moskau, dem höchsten Ausbildungszentrum des Paktes von Warschau. Der weit verbreitete Politik- und Parteienapparat in den Bundeswehrsoldaten gewährleistete eine umfassende polizeiliche und weltanschauliche Indoktrinierung der Armeemitglieder und die konsistente Umsetzung der SED-Politik in den Truppen.

Als Nachfolgerin der ehemaligen deutschen Armee hat sich die NVA nicht verstanden. Das Luftwaffen- und Luftverteidigungsministerium (LSK/LV) mit seinen rund 3.000 Mann besteht aus zwei Divisionen. Diese wurden in der DDR in friedlichen Zeiten in sowjetische Atomwaffenlager eingelagert und wären im Notfall an die ostdeutsche Armee ausgeliefert worden. In den achtziger Jahren kosteten die DDR-Bürger " ihre " Armee " mehr als zwölf Mrd. DM pro Jahr.

Ende der 40er Jahre hatte die SED-Führung mit Unterstützung der Sowjetbesatzungsmacht bereits erste Ansätze zur Wiederaufrüstung und sozialen Mobilisierung gemacht. Die als Polizeitruppe verkleidete Armee war bereits mit Tanks, Maschinen und Booten ausgestattet und hatte mehr als einhunderttausend Mann. Die zukünftige militärische Ausrichtung der DDR wurde im Rahmen des Kriegspaktes vom 5. März 1955 festgelegt.

Nun konnte die Entwicklung der Armee offen erfolgen. Seine Strukturen, Ausbildungen und Rüstungen waren im Wesentlichen auf die Vervollständigung der Sowjettruppen in Mitteleuropa ausgelegt. Sie waren auch an die Grundsätze des für alle Armeen bindenden Sowjetmodells im Rahmen des Pakts von Warschau gebunden. Darunter die Leitung der Kommunistischen Partei und die " Waffenbruderschaft " mit den Sowjettruppen.

Der NVA wurde in die erste strategische Schwadron der Vereinigten Bundeswehr aufgenommen. Dieser Auftrag war bis zur Einleitung einer neuen militärischen Doktrin des Pakts von Warschau in den 80er Jahren gültig, die nun eine stärkere defensive Planung einbezog. Gleichzeitig musste die NVA auch die Bewegungs- und Einsatzfreiheit der alliierten Truppen auf dem Territorium der DDR garantieren.

Schon in den 70er Jahren war die Armee in militärischer Hinsicht professioneller geworden. Modernste Rüstung, Einsatz- und Einsatzfähigkeit sowie militärische Fähigkeiten zeichnen die NVA auf dem Gipfel dieser Entwicklungen aus und machen sie zu einer immer selbstbewussteren Armee im Ostbündnis. Ein Massenphänomen, das durch Alkohol-Exzesse, Kündigungsrituale und manchmal grausame Handlungen gegen junge Militärs auszeichnet.

Die Idealvorstellung der SED-Ideologen über den beispielhaften Sozialisten ist oft eine Erfindung geblieben. Ausschlaggebend für das Überleben der Armee angehörigen in den Kasernen war die hohe Kampfbereitschaft der Truppen, die nach dem sowjetischen Modell festgelegt wurde. Vor allem aber mussten 85 Prozent der Streitkräfte permanent anwesend sein. Nicht nur die Armee, sondern auch die Armee als Ganzes war permanent überwältigt.

Eine meist gute Betreuung der Technologie und Rüstung sah sich daher einer groben Missachtung der Belange, Ängste und Notwendigkeiten der Militärs, der Unteroffiziere, der Fahnen und der Officers gegenüber. Mit ihrem Militärdisziplinarwesen und ihrer geringen Schwelle für Sanktionen, den einschneidenden Sanktionen der Militärgerichtsbarkeit und dem "Militärgefängnis" in Schwedt an der Oder hatte die SED einen mächtigen Mechanismus zur Verfügung.

Obgleich letzterer nur ein verhältnismäßig kleiner Dienst in der NVA war, spielt er eine bedeutende Rolle im gesamten System der Disziplin und Unterdrückung von Angehörigen der Armee. Die Hauptaufgabe des berüchtigten Militärgefängnisses bestand darin, die Furcht unter den Militärs zu schüren. Es sollte sowohl "Abwehrmaßnahmen" gegen die westlichen Spione als auch ein politisches Fehlverhalten von Angehörigen der Armee sichtbar machen und durchsetzen.

Nichtsdestotrotz gab es auch in der NVA Widerstand. Der Protest von Angehörigen der Armee gegen die militärische Aktion des Pakts zur Unterdrückung des "Prager Frühlings" im August 8966 war ein Hochpunkt, vor allem aber haben Repräsentanten der zwischen 1964 und 1990 in der NVA eingesetzten rund 1 5-tausend Soldaten die Bedingungen in der Armee immer wieder offen angeprangert.

Doch die NVA war keine Armee des Volks, weil das Volksgut sie nicht beeinflussen konnte. Die seit Jahrzehnten von der SED dominierte ostdeutsche Armee löste sich erst im Frühjahr 1989 allmählich aus dem Griff der SED. Obwohl die Ende 1989 begonnene militärische Reform zu einer Demokratie der Armee einschließlich der Gründung eigenständiger Lobbys für die Soldatinnen und Soldaten geführt hat, war sie vor dem hintergründigen Hintergrund des raschen Einigungsprozesses der beiden deutschen Bundesländer nicht abgeschlossen.

Deren Überreste verschmolzen mit der Armee des früheren Gegners: der Bundswehr. Die Militär- und Verteidigungspolitik der DDR in der Honecker-Ära 1971 bis 1989, herausgegeben vom Militärhistorischen Forschungsinstitut, Berlin: Christoph Links-Verlag ("Militärgeschichte der DDR", Band 20). Berlin: Christoph Links Verlagshaus. Stuttgart: Motorbuch Verlagshaus. Der Helios Verlagshaus. Das Geheimnis der Vertragsgestaltung in Warschau, Friedland: Steffen Verlags.

Rogg, Matthias (2009): Armee des Landes? Berlin: Christoph Links Verlagshaus (= Kriegsgeschichte der DDR, Band 15). Berlin: Christoph Links Verlagshaus. Verlagshaus BÜCHER.

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